Konkrete Unterstützung statt Beruhigungsrhetorik

Zusammen mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens für Air Berlin wird mehr als eintausend Beschäftigten des Bodenpersonals der Eintritt in eine Transfergesellschaft angeboten. Der entsprechende Vertrag wurde am heutigen Donnerstag unterzeichnet. Die drei Transferträger BOB Transfer, Mypegasus und die Berliner Personaltransfer haben ein Konsortium gebildet, das von der Essener PCG Project Consult koordiniert wird.

Siegfried Backes, Geschäftsführer der Personaltransfer GmbH betont, „eine Transfergesellschaft für einen Teil der Beschäftigten von Air-Berlin ist gut, aber besser wäre eine Transfergesellschaft für alle Beschäftigten gewesen. Wirtschaft und Bundesregierung haben in den Wochen nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin großes Interesse an Flugzeugen und Flugrechten gezeigt, aber wenig bis kein Interesse an der Zukunft der Beschäftigten.“ Konkrete Unterstützung statt Beruhigungsrhetorik sei in der Politik nur vom Berliner Senat gekommen, der bis zu 11,5 Millionen Euro zugesagt hat.

PCG Geschäftsführer Klaus Kost hebt als Koordinator der Transferträger hervor, dass zusammen mit dem Land Berlin, das in die Bresche gesprungen sei, die Gewerkschaft ver.di auf der einen Seite und auf der anderen Seite der Generalbevollmächtigte der Air Berlin, Frank Kebekus sowie der Sachwalter Lucas F. Flöther entscheidend zum Gelingen beigetragen hätten. Kost sieht gute Chancen, dass auch eine Transferlösung für das Technikpersonal in den kommenden Wochen erzielt werden könnte.

Das doppelte Plus einer Transfergesellschaft besteht darin, so erklären es die Transferträger, dass die Beschäftigten zum einen nicht als arbeitslos registriert sind. Transferkurzarbeitergeld wird bezahlt, ohne dass sich die Dauer eines eventuell anschließenden Bezugs von Arbeitslosengeld verkürzt.

Zudem bekommen die Arbeitnehmer von den Transferträgern sofort eine aktive Begleitung und Unterstützung bei der Suche nach einem anderen Arbeitsplatz. Gewiss kann auch die Transfergesellschaft in wirtschaftsschwachen Regionen keine Wunder vollbringen. Aber der Effekt, sich in der Transfergesellschaft aufgenommen zu fühlen und unterstützt zu wissen, sei ebenso hoch zu schätzen, wie das Signal, dass die Zukunft der Beschäftigten der Politik nicht egal sei, betont Siegfried Backes.

„Die Transferträger beginnen ihre Arbeit in einer hochbelasteten Situation. In Einzelfällen sind Missverständnisse und Frust unvermeidbar“, erläutert der Koordinator Klaus Kost. „Kooperation statt Konkurrenz, Qualitätskontrolle, Supervision durch einen Beirat, die Position eines Mitbestimmungsbeauftragten –  das alles sind Eckpfeiler, welche die Arbeit der Transfergesellschaft tragen.“