Für Mitarbeiter der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin stehen inzwischen zwei Transfergesellschaften zur Verfügung, mit welchen insgesamt rund 1500 ehemalige Beschäftigte einen Vertrag unterschrieben haben. Bereits eingetreten in eine der beiden Transfergesellschaften sind knapp 900 Personen. Nach Angaben der beteiligten Transferträger wird der Aufnahmeprozess in 2018 weitergehen sowohl für das Bodenpersonal von Air Berlin (genauer: der Air Berlin PLC & Co. Luftverkehrs KG) als auch für das technische Personal von Air Berlin Technik.

Anfang November konnte zunächst eine Transfergesellschaft für das Bodenpersonal gegründet werden, nachdem der Berliner Senat eine Finanzierungszusage von bis zu 11,5 Millionen Euro gegeben hatte. 309 Eintritte sind registriert, 511 weitere Verträge abgeschlossen, so dass sich im Laufe des Jahres 2018 eine Teilnehmerzahl von rund 800 ergeben wird.

Anfang Dezember hatte die Bietergemeinschaft „Zeitfracht-Nayak“ mitgeteilt, dass ein Kaufvertrag für airberlin Technik unterzeichnet sei. Der Vertrag sehe vor, dass an den Standorten Berlin und Düsseldorf insgesamt 250 Beschäftigte übernommen werden und den verbleibenden rund 700 Mitarbeitern, auch des Standortes München, der Übertritt in eine Transfergesellschaft angeboten wird. Die dafür anfallenden Transferkosten werden aus dem Vermögen von Air Berlin Technik finanziert. In diese zweite Transfergesellschaft sind inzwischen 562 Technik-Mitarbeiter übergewechselt, 56 weitere haben den Transfervertrag unterschrieben.

Die drei Transferträger BOB Transfer, Mypegasus und die Berliner Personaltransfer haben für die beiden Transfergesellschaften ein Konsortium gebildet, das von der Essener PCG Project Consult koordiniert wird. „Wir haben in einer sehr verworrenen Situation aus dem Stand eine Dienstleistung ermöglicht, die gegenwärtig rund 1500 ehemalige Air Berlin-Mitarbeiter vor dem Schritt in die Arbeitslosigkeit schützt“, sagt Siegfried Backes, Geschäftsführer der Berliner Personaltransfer GmbH.

Die Transfergesellschaft ist ein arbeitsmarktpolitisches Instrument, das auf gewerkschaftliche Initiativen zurückgeht. Sie wird über ein gesetzlich definiertes Verfahren in enger Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit eingerichtet. „In der Transfergesellschaft bleiben die Arbeitnehmer sozial versichert und können sich, kompetent unterstützt, bis zu sechs Monate lang ausschließlich um ihre berufliche Neuorientierung kümmern“, betont Mypegasus-Geschäftsführer Jan Kiehne.