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Seit Januar vermittelt die BOB Transfer GmbH ehemalige aleo-Leute auf eigenes Risiko. Erst jetzt gibt es finanzielle Sicherheit.

Prenzlau: Im Inneren war Christian Förster fest davon überzeugt, dass die EU aus ihrem Globalisierungsfonds Mittel für die verbliebenen ehemaligen aleo-Mitarbeiter bereitstellen würde. Schließlich hatte er aus dem Arbeitsministerium in Berlin Signale erhalten, dass es eine Fortsetzung geben würde. Seit April 2014 steht der Geschäftsführer der BOB Transfer GmbH in der Verantwortung, rund 400 ehemalige aleo-Mitarbeiter wieder in Lohn und Brot zu bringen, der Uckermark Kurier berichtete. Dafür flossen anfangs Mittel vom aleo-Hauptaktionär Bosch, um die Frauen und Männer wieder in Arbeit zu bringen. Doch die Frist lief am 10. Januar aus, damit schloss sich auch der Geldtopf in Stuttgart.

Rund 130 Leute hatte die Transfer-Gesellschaft bis dahin noch nicht vermitteln können. “Wir machten auf eigenes Risiko weiter”, bekennt Förster heute. Um die Teilnehmer nicht zu verunsichern, wurden sie über die wirkliche Lage nicht informiert. “Wir waen immer optimistisch, dass es weitergeht”. Mit über 25 Jahren Berufserfahrung im Förderbereich weiß Förster, wie viel Risiko einzugehen gesund ist. Dennoch: Erst als der Geschäftsführer vor Wochenfrist vom Uckermark Kurier hörte, dass das EU-Parlament die Gelder endlich bewilligt hatte, atmete er erleichtert auf.

Insgesamt 1,1 Millionen Euro gibt es aus dem Europäischen Globalisierungsfonds. Das hört sich erst einmal viel an. Doch rund 350.000 Euro flossen schon im Vorfeld. Bis August sind weitere 400.000 Euro für weitere Qualifizierungsmaßnahmen veranschlagt, rund 200.000 Euro werden für Berater und Verwaltung benötigt.

Die Teilnehmer wurden in acht Interessengruppen aufgeteilt, wobei die über 50-Jährigen die größte Gruppe bilden. Aber es gibt auch die “Existenzgründer” oder die Gruppe “Aktiv & Fit”, bei denen geprüft wird, ob sie mit ihren Hobbys eine Chance auf dem Markt haben. “In strukturschwachen Regionen wie der Uckermark sind viele Ideen notwendig”, weiß Förster. Dazu hat sich die Transfergesellschaft externen Sachverstand gesichert und steht mit Firmen der Region in Kontakt. So konnten seit Januar wieder 30 Leute vermittelt werden. “Ich rechne damit, monatlich zehn weitere unterbringen zu können”, zeigt sich der Geschäftsführer zuversichtlich. Wohl wissend, dass nicht alle dieses Glück haben werden. Er sei nicht der Typ, Siegesmeldungen zu verbreiten. “Doch denke schon, dass wir mit Erfolg arbeiten. Das wird uns vom Ministerium ebenso wie von den Unternehmen bestätigt”, resümiert Förster.

Quelle: Uckermark Kurier – Samstag/Sonntag, 21./22.03.2015 von Monika Strehlow