Transfergesellschaft mit nahezu 70-prozentiger Vermittlungsquote für ehemalige Hansa-Kollegen

Die BOB Transfer GmbH mit Sitz in Essen begleitet wie im Sozialplan beim Verkauf der Hansa Group AG an die Gemini Holding AG vereinbart, 37 ehemalige Genthiner Kollegen auf dem Weg zum ersten Arbeitsmarkt. Eine Zwischenbilanz nach den ersten drei Monaten fällt positiv aus.

Von Simone Pötschke

Genthin: Hoffnungsschimmer für die ehemaligen Beschäftigen von Hansa Genthin, die durch die BOB Transfer GmbH betreut werden. 14 von 21 Teilnehmern, die zunächst bis zum 31. März in der Transfergesellschaft untergebracht wurden, haben wieder einen Job am ersten Arbeitsmarkt gefunden. Und das unmittelbar in der Region. Einige haben bereits ihre neue Arbeit aufgenommen, bei anderen wird das im April geschehen, sagte Gerhard Bednarek von der BOB Transfer GmbH. Für die weiteren 16 Teilnehmer erstreckt sich die Verweildauer bis zum 31. Dezember.

Die Transfergesellschaft hatte bereits vor Arbeitsaufnahme am 1. Januar etliche Unternehmen in der Region angeschrieben , um ehemalige Hansa-Mitarbeiter vermitteln zu können. Die Vermittlung, das machte Bednarek wiederholt deutlich, sei vor allem deshalb erfolgreich gewesen, weil die ehemaligen Hansa-Kollegen gut qualifiziert seien, Berufserfahrung mitbringen und lückenlos berufstätig waren.

Beispielsweise fanden vier Kollegen in Theeßen bei einem norwegischen Kunststoffflaschen-Hersteller oder drei weitere Kollegen bei DVG Tangermünde einen neuen Arbeitsplatz.

Es sei grundsätzlich als ein Erfolg zu verzeichnen, dass alle Kollegen, die durch die Transfergesellschaft betreut wurden, zu einem Vorstellungsgespräch geladen waren, urteilt Bednarek.

Die BOB Transfer GmbH hatte für die Kollegen ein zweitägiges Bewerbungstraining zur Pflicht erhoben und fakultativ einen PC-Grundlagenkurs angeboten. Zur Weiterbildung gehörten unter anderem der Erwerb eines Kassenscheines für Verkäuferinnen, ein Schweißkurs und der Erwerb eines Staplerscheines in sieben Fällen. “Ich bin mir sicher, dass diese Angebote für die Vermittlung sehr förderlich waren”, sagte Gerhard Bednarek gegenüber der Volksstimme. Die BOB Transfer GmbH hatte sich bei Arbeitsaufnahme in Genthin eine 60-prozentige Vermittlungsquote zum Ziel gesetzt. “Derzeit fehlt uns, bei den Kollegen die einen Anspruch auf dreimonatige Betreuung hatten, noch eine Vermittlung, dann haben wir die 70 Prozent erreicht”, so Bednarek.

Betriebsratsvorsitzender Olaf Thiele hatte bei der Arbeitsaufnahme der Transfergesellschaft betont, dass die Kollegen, die hier untergebracht wurden, nicht wegen ihrer Leistung gegangen seien, sondern dass für sie das Aus über die Kriterien des Sozialplanes kam.

Als am Sonnabend die bis zum 31. März in der Transfergesellschaft Beschäftigten verabschiedet wurden, hätten sie sich positiv über die Arbeit der Transfergesellschaft geäußert, sagt der Gewerkschafter. “Das stimmt uns sehr zuversichtlich.”

 

Quelle: Volksstimme, Donnerstag 2 April 2015 von Simone Pötschke