Meine BOB – Geschichte

Auf Grund von Rationalisierungsmaßnahmen mussten bei meinem alten Arbeitgeber zum Ende des Jahres 2015 ein zweites Mal Arbeitsplätze abgebaut werden. Bei dieser zweiten Welle war ich wie einige andere leider auch dabei. Als ich nach einigen Tagen nach Überwindung des Schocks mich gefangen hatte, entschied ich mich bewusst das Angebot der BOB Transfer und des Arbeitgebers zu nutzen. Für mich hieß es, 6 Monate Transfergesellschaft, Schulungsmaßnahmen bei der Transfergesellschaft und bei externen Unternehmen und weiterhin 80 % meiner letzten Nettobezüge für die 6 Monate. Ich hatte mich bewusst für diesen Weg entschieden, der mir als das kleinste Übel erschien.

Mit Euphorie und viel Tatendrang schrieb ich schon vor meinem Eintritt in die Transfergesellschaft 5 Bewerbungen. Ich hatte mich auf diverse Stellen beworben, auch wenn es nicht genau passte. Im Nachhinein muss ich allerdings bemerken, dass das Anforderungsprofil schon ziemlich genau passen sollte, da man sonst kaum Chancen hat.

Anfang Januar, mit Beginn der TG, wartete ich auf Post von der Transfergesellschaft. Mir brannte es unter den Nägeln. Zwischendurch hatte ich schon ein Vorstellungsgespräch. Dort hätte ich sogar anfangen können. Aber 100 km quer durchs Ruhrgebiet wollte ich die nächsten 12 Jahre nicht fahren. Dann hatte ich meinen ersten Termin bei der BOB. 2 Tage intensives Bewerbungstraining folgten. Das sollte man unbedingt mitmachen. Auch wenn ich vieles kannte und wusste, aber einige Feinheiten und Informationen waren für mich sehr wichtig.

Da ich mich schweißtechnisch fortbilden wollte, hatte ich mir einen Lehrgang als Magnetpulverprüfer bei der SLV – Duisburg ausgeguckt. Nach kurzem Gespräch mit dem BOB – Berater wurde mir der Lehrgang bewilligt. Ende Februar hatte ich die Prüfung bestanden. Im April hatte ich dann noch 1 Woche einen Excel – Lehrgang.

Von Januar bis Anfang Mai folgten mehrere Vorstellungsgespräche in Köln, Hamburg, Essen, Recklinghausen, Münster, Bochum. Entweder die Firmen wollten dann doch nicht oder ich wollte nicht, weil es doch nicht so passte. Es war eine nervenaufreibende Zeit. Neue Hoffnungen und Niederschläge und nervliche Anspannungen folgten, weil alles so ungewiss war. Gepasst hatte es später aber doch. Meine Partnerin gab mir eine Ausschreibung von der Agentur für Arbeit. Eine befristete Stelle und längst nicht die Vergütung, die ich gewohnt war. Für mich war die Stelle zunächst uninteressant. Bei meiner weiteren Suche fand ich die Ausschreibung nach 2 Wochen nochmal auf der Agenturseite. Jetzt entschloss ich mich, doch eine Bewerbung hinzuschicken. Es kam, wie es kommen musste. Die Agentur wollte mich sehen. Ich erhielt eine Einladung zum Vorstellungsgespräch nach Düsseldorf. Die Sache hatte aber einen Haken. Dort sollte ich einen kleinen Vortrag halten. Das Thema bekomme ich aber erst eine halbe Stunde vor dem Vortrag.

Zwischendurch hatte ich ein Treffen mit meinem BOB – Berater. Ihm schilderte ich meine Panik zu dem Vorstellungsgespräch. Er organisierte mir ein Einzeltraining bei einer anderen BOB-Beraterin. Sie vermittelte mir in kurzer Zeit das Wesentliche für einen Vortrag. Flipcharts und andere Medien nutzen. Ein Highlight zum Anfang des Vortrages, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu binden. Mit Filmaufnahmen erfolgte die Generalprobe, die dann eingehend besprochen wurde. Mein Thema beim Vorstellungsgespräch war, einen Arbeitgeber von überhöhten Förderungen von Behindertenzuschüssen für einen Arbeitsplatz abzubringen. Da ich zu der Zeit Zahnersatz bekam, wollte ich dem Arbeitgeber den „Zahn“ ziehen. Ich malte zur Einführung meines Vortrages einem Zahn auf dem Flipchart mit einem Pfeil der symbolisch den Zahn zieht. So begann ich meinen Vortrag. Ich hatte die Aufmerksamkeit meiner Zuhörer. Nach Darstellung meiner Überlegungen und einigen Seiten Papier kam ich zu meinem Ergebnis und somit wieder zu meiner ersten Seite. Den Zahn werden wir dem Arbeitgeber schon ziehen. Nicht zu glauben. Mein Vortrag kam an. Noch am selben Tag bekam ich die telefonische Zusage. Jetzt arbeite ich schon 2 Wochen bei der Agentur für Arbeit.

Im Nachhinein bin ich froh wie es gelaufen ist. Ich habe eine gute und sichere Arbeit, die mir Spaß macht. Jetzt bin ich der Überzeugung, dass es für mich nicht besser hätte laufen können. Ich denke, dass ich ohne den Abbau der Arbeitsplätze bei meinem alten Arbeitgeber mich nie bei der Agentur beworben hätte.

Danke allen, die mich dabei unterstützten.

M. K. aus R.

Schweißfachingenieur Projektleiter